Von fünf auf zwei

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Von fünf auf zwei

Deutschland macht Sprung nach vorn

Der vorletzte Tag war gespickt mit emotionalen Momenten – in allen Sälen und in vielen Disziplinen. Die Boogie-Woogie-Tänzerinnen und Tänzer brachten die Säle zum Kochen, bei einem anderen Turnier fehlte die Konkurrenz, ein GOC-Triple bei den Senioren I Latein und erneut ein Grand-Slam-Finaleinzug. Am Ende des Tages gab es zwei Mal GOC-Gold und einmal GOC-Bronze.

Gold ging an Bogdan Reimer (Solo Latin Juvenile) sowie an Markus Heffner/Marina Scharin-Mehlmann (Senioren I Latein) und die Bronzemedaille wurde in diesem Turnier vergeben an Georg Rauchhaus/Sonja Stegemann. Damit kletterte Deutschland im Medaillenranking auf den zweiten Platz.

Gänsehaut-Momente und Emotionen

Yahor Boldysh/Irina Averina Foto: BoBNL

WDSF GrandSlam Adult

Es versprach ein ganz normales GrandSlam-Turnier mit hohem Niveau zu werden. 182 Paare gingen am Morgen auf die Fläche im Beethovensaal. 16 von ihnen erhielten am Abend vor dem Turnier zwei Sterne, sodass sie erst in der dritten Runde einsteigen mussten.

Die erste Überraschung kam im Viertelfinale, als Cojoc / Matei und Kolobov / Busk eine Runde Slowfox-Basic synchron zeigten. Das riss es das Publikum zum ersten Mal von den Stühlen. Die nächsten Ovationen gab es im Semifinale, als beide Paare in der Zwangspause wegen technischer Probleme einen Slowfox-Basic ohne Musik parallel zeigten. Danach gab es für die Stimmung im Saal kein Halten mehr.

Das Finale war schließlich die berühmte Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Die Paare zeigten ihre besten Leistungen und das Publikum ging begeistert mit. Mit dem Gewinn aller fünf Tänze wiederholten Rares Cojoc / Andreea Matei ihren Vorjahressieg und nahmen strahlen die GOC-Trophäe entgegen. Rares Cojocs Sohn ließ es nicht nehmen, sich zu seinem Papa auf das Podest zu stellen.

Auf Rang zwei tanzten die Chinesen Shaoyang Yuan / Chongxuan Qi, die vier zweite Plätze ertanzten. Sie gaben nur den Slowfoxtrott an Dariusz Mycka / Madara Freiberga aus Polen ab, die in den anderen Tänzen auf den dritten Platz kamen.

Die deutschen Meister Yahor Boldysh / Irina Averina zogen ebenfalls in die Schlussrunde ein, erzielten ihr Vorjahresergebnis und belegten den sechsten Platz. Als zweitbestes deutsches Paar erreichten Karolis Burneikis/Fabien Charlott Lax das Semifinale und beendeten das Turnier mit dem elften Platz. Damit machte das Paar im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze gut.

1. Rares Cojoc / Andreea Matei, Rumänien
2. Shaoyang Yuan / Chongxuan Qi, China
3. Dariusz Mycka / Madara Freiberga, Polen
4. Dmitri Kolobov / Signe Busk, Dänemark
5. Georgy Kalashnikov / Daria Grigore, Rumänien
6. Yahor Boldysh / Irina Averina, TSC Excelsior Dresden
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11. Karolis Burneikis/Fabien Charlott Lax, TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg

Gold für Frankreich, Silber und Bronze für Schweden und ein bisschen Gemütlichkeit zum Schluss

Foto: Xenia Filter

WRRC World Championship Boogie Woogie Junior

Bereits beim Einmarsch der Nationen war klar, dass die Stimmung rund um die Fläche wieder eine ganz besondere werden würde. Wie jedes Jahr hatte sich das schwedische Team für die Weltmeisterschaft ordentlich in Schale geworfen. Das diesjährige Motto: ABBA. Doch auch die Teams der anderen Nationen brachten jede Menge gute Laune mit und sorgten gemeinsam für die passende WM-Atmosphäre. Spätestens im Finale wurden die Paare von ihren Teams und Fans lautstark durch die letzten Tänze getragen.

Aus deutscher Sicht war das achtköpfige Finale besonders erfreulich besetzt: Gleich fünf Paare vertraten die Gastgebernation und stellten damit mehr als die Hälfte des Finalfeldes. Für den Sprung aufs Treppchen reichte es am Ende zwar nicht, die deutschen Paare präsentierten sich jedoch geschlossen stark und lagen in ihren Leistungen dicht beieinander. Gleich zwei Medaillen gingen stattdessen nach Schweden. Emelie Nordeberg und Oliver Odenius sicherten sich Bronze, Astrid Eriksson und Simon Jonsson nahmen die Silbermedaille mit nach Hause.

Ganz oben auf dem Treppchen durfte schließlich Frankreich jubeln: Alais und Charly Lacroix setzten sich gegen die internationale Konkurrenz durch, sicherten sich die Goldmedaille und dürfen sich damit ab sofort Weltmeister 2026 nennen.

Nach der Siegerehrung sollten noch einmal alle Finalpaare für den Siegertanz auf die Fläche kommen. Nur schienen Turnierleitung und Musik bei der Auslegung des Begriffs „Siegertanz“ nicht ganz einer Meinung zu sein. Während die Musik offenbar mit einer kleinen Ehrenrunde des neuen Weltmeisterpaares gerechnet hatte, schickte die Turnierleitung kurzerhand alle Paare noch einmal gemeinsam auf die Fläche.
Der vorgesehene Track war entsprechend schneller zu Ende als die Tanzlust der Paare. Also musste spontan der nächstbeste Song herhalten – und plötzlich erinnerte Balu der Bär die frisch gekürten Weltmeister und ihre Konkurrenz daran, es doch einmal mit Gemütlichkeit zu probieren.
Ob das ausgerechnet für die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft der beste Ratschlag ist, darf wohl jeder selbst entscheiden. Für einen ebenso ungewöhnlichen wie gut gelaunten Abschluss dieses WM-Finales hat er allemal gesorgt. (KS)

1. Alais Lacroix / Charly Lacroix, Frankreich
2. Astrid Eriksson / Simon Jonsson, Schweden
3. Emelie Nordeberg / Oliver Odenius, Schweden
4. Amelie Dietl / Jakob Penzkofer, Deutschland
5. Fiona Meischner / Louis Novak, Deutschland
6. Karina Schmoll / Tim Morbach, Deutschland
7. Liya Henke / Maximilian Schraml, Deutschland

Alle Jahre wieder …

Foto: Xenia Filter

WRRC World Championship Boogie Woogie Senior

Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft der Boogie-Woogie-Senioren gab es auf dem Treppchen einige bekannte Gesichter zu sehen. Vor allem auf den beiden vordersten Plätzen knüpften die Paare nahezu nahtlos an die Ergebnisse der vergangenen Jahre an.
Ganz oben standen erneut Joanna / Henric Stillman aus Schweden. Die beiden holten sich die Goldmedaille und damit den Weltmeistertitel, den sie bereits 2024 für sich entscheiden konnten. Auch bei der letztjährigen Austragung, die als World Cup ausgetragen wurde, hatten sie Platz eins belegt. Nun dürfen die beiden ihrer Erfolgsgeschichte einen weiteren Titel hinzufügen.
Ähnlich vertraut ist das Bild auf Rang zwei. Sara Holmberg / David Widell aus Schweden bleiben Vizeweltmeister und bestätigten damit ebenfalls ihre Platzierung aus dem vergangenen Jahr. Erneut gehen Gold und Silber somit gemeinsam nach Schweden.
Erst auf dem dritten Treppchenplatz gab es ein neues Bild: Rita Valensin / Tommaso Galbiatti ertanzten sich Bronze und holten damit in diesem Jahr eine WM-Medaille nach Italien.
Stéphanie Arnaud / Stéphane Martins aus Frankreich verpassten das Podium auf Rang vier. Dahinter wurde es denkbar knapp: Carlotta Mignani / Luca Rizzoli aus Italien belegten mit nur einem Punkt Rückstand den fünften Platz.
Auch um die nächsten beiden Ränge wurde eng gekämpft. Anna Morgansdotter / Pontus Nordin aus Schweden erreichten Platz sechs, dicht gefolgt von Angela Lex / Christian Wagner aus Deutschland auf Rang sieben.
Nach der Entscheidung rückten Platzierungen und Punkte allerdings schnell wieder in den Hintergrund. Wie schon bei den Junioren lautete das Motto zum Abschluss: „Alle sind Sieger“. Zum Siegertanz gehörte die Fläche deshalb noch einmal allen Finalpaaren gemeinsam.
Und die nutzten die Gelegenheit nicht nur für einen letzten Boogie Woogie mit dem eigenen Partner. Kurzerhand wurde auch untereinander gewechselt und gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern der Konkurrenz weitergetanzt. Ein lockerer Abschluss einer Weltmeisterschaft, der zeigte, dass sportliche Konkurrenz und gemeinsamer Spaß auf der Tanzfläche bestens zusammenpassen. (KS)

1. Henric Stillman / Joanna Stillman, Sweden
2. David Widell / Sara Holmberg, Sweden
3. Tommaso Galbiati / Rita Valensin, Italien
5. Luca Rizzioli / Carlotta Mignani, Italien
6. Pontus Nordin / Anna Morgansdotter, Sweden
7. Christian Wagner / Angela Lex, Deutschland

GOC Triple

Heffner/Mehlmann Foto: BoBNL

WDSF Open Latin Senior I

Aus 16 Nationen kamen die 56 Paare, die in der Alten Reithalle ihr Turnier begannen. Nach der dritten Runde hieß es umziehen und sich mit der neuen Fläche im Beethovensaal für Semifinale und Finale vertraut machen. Aus 56 Paaren und 16 Nationen wurden so sechs Paare und vier Nationen.
Zu den drei deutschen Paaren gesellten sich zum Finale bei Livemusik jeweils ein Paar aus Ungarn, Spanien und Japan. Für die deutschen Meister Markus Heffner / Marina Scharin-Mehlmann lief im Finale alles nach Plan. Mit vier gewonnen Tänzen können sie zu den zwei bereits zuhause stehenden GOC-Pokalen einen dritten hinzufügen.
Lediglich die Rumba gaben Heffner / Scharin-Mehlmann an die Ungarn Mate Kovacs / Andrea Zsila ab, die ansonsten zweite Plätze ertanzten. Auf Rang drei kamen mit fünf dritten Plätzen Georg Rauchhaus / Sonja Stegemann.
Das dritte deutsche Paar im Finale, Sebastian Bronst / Ingrid Disput, tanzte auf den sechsten Platz.

1. Markus Heffner / Marina Scharin-Mehlmann, TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg
2. Mate Kovacs / Andrea Zsila, Ungarn
3. Georg Rauchhaus / Sonja Stegemann, TSC Aurora Dortmund
4. Ismael Pardo Lorenzo / Lucia Fernandez Blanco, Spanien
5. Keigo Oshikawa / Tomoyo Wada, Japan
6. Sebastian Bronst / Ingrid Disput, Grün-Gold-Club Bremen
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9. Carlos Didler Ortiz Garcia / Christina Ortiz Garcia, TTC Rot-Gold Köln
11. Alexander Schneider / Swetlana Melnichuk, TTC München
12. Dominik Häring / Isabella Rögner, Gelb-Schwarz-Casino München

Plätze eins bis drei wie auf der WM

Maksim Tschernin/Diana Pierau Foto: BobNL

WDSF Open Standard Senior II

Das Ergebnis der Weltmeisterschaft Senioren II Standard vom April 2025 hat Bestand bis heute: Das WDSF Open-Turnier dieser Altersgruppe endete auf den ersten drei Plätzen exakt wie die letzte WM, die in Blackpool ausgetragen wurde. Auf der WM waren 80 Paare aus drei Kontinenten am Start, auf der GOC 97 Paare aus 23 Ländern und ebenfalls den drei Kontinenten Europa, Asien, Nordamerika.
Die Weltmeister und GOC-Sieger sind seit 2015 bei der WDSF registriert. Sie haben allein in diesem Jahr bereits sechs WDSF Open-Turniere gewonnen – vier davon in Deutschland: Berlin, Frankfurt, Wuppertal und Stuttgart. Die nächste Weltmeisterschaft ist für Oktober in Rotterdam angesetzt.
Der zweite Platz auf WM und GOC ging mit Tomas Rimkus / Nerija Surblyte nach Litauen. Die beiden tanzen seit 14 Jahren zusammen, zuerst in der Hauptgruppe, dann bei den Senioren I und seit 2023 sehr erfolgreich bei den Senioren II.
Auch das Paar auf dem dritten Platz, Gatis Simsons / Julija Simsone, steht für Beständigkeit. Die beiden sind seit 2012 als Paar registriert und haben 2024 auf Welt- und Europameisterschaft den zweiten Platz belegt. 2023 war es der zweite Platz auf der EM und der dritte auf der WM, 2021 der Weltmeistertitel. Alle drei Paare sind ein gutes Beispiel für Erfolg durch Ausdauer.
Die Deutschen Meister Maksim Tschernin / Diana Pierau erreichten im Finale den fünften Platz. (usr)

1. Serhii Shulha / Olha Shulha, Niederlande (5)
2. Tomas Rimkus / Nerija Surblyte, Litauen (10)
3. Gatis Simsons / Julija Simsone, Lettland (18)
4. Miroslav Serak / Martina Grosupova, Tschechische Republik (19)
5. Maksim Tschernin / Diana Pierau, TSC Savoy München (25)
6. Valerio Bilancioni / Silvia Bad (28)

Auf höchstem Niveau

Tim Gordon/Luisa Huber Foto: XF

WDSF Open Junior II Latin

Schon die Vorrunde mit 85 Paaren bot einen Vorgeschmack auf das hohe Niveau, das die folgenden Runden zu einem sportlich wie ästhetisch außergewöhnlichem Erlebnis werden ließ. 85 Paare aus 22 Ländern und drei Kontinenten waren am Start und begeisterten das Publikum. Im Finale waren sechs Paare aus sechs Ländern versammelt – fünf von ihnen hatten auf der Weltmeisterschaft im Juni vordere Plätze belegt. Die Zweiten der WM, Ivan Karalkou / Vasilina Polyushits ließen von Anfang an ihre Ambitionen auf den Sieg erkennen und erreichten ihr Ziel mit vier gewonnenen Tänzen. Auf den beiden folgenden Plätzen wiederholte sich die WM-Reihenfolge: Kristiyan Donchev / Martina Kondaklieva starteten mit dem vierten Platz in der Samba und holten in den übrigen Tänzen auf, wobei sie den Schlusspunkt mit dem ersten Platz im Jive setzten und im Endergebnis den zweiten Platz verbuchten. Den dritten Platz sicherten sich Vlad Taranu / Sophia Ivanova mit den verbliebenen zweiten und dritten Plätzen. (usr)

1. Ivan Karalkou / Vasilina Polyushits, Belarus (7)
2. Kristiyan Donchev / Martina Kondaklieva, Bulgarien (11)
3. Vlad Taranu / Sophia Ivanova, Moldawien (13)
4. Ronald Kogan / Alina Potapova, Estland (19)     
5. Yuhao Wang / Yingzhu Chenm China (27)
6. Andrei Cristian Gujba / Isabella Roda, Rumänien (28)
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7. Tim Gordon / Luis Huber, Schwarz-Weiß-Club Pforzheim

Zwölf Wertungsrichter und zunächst nur ein Tänzer

Bogdan Reimer Foto: AK

WDSF Open Solo Latin Male Juvenile II

Zwölf Wertungsrichter standen bereit, doch auf der Fläche der Alten Reithalle fehlte zunächst etwas Entscheidendes: die Konkurrenz. Für einen kurzen Moment sah es bei den WDSF Open Solo Latin Male Juvenile II tatsächlich so aus, als gäbe es nur einen Tänzer, dem man die Goldmedaille überreichen könnte.
Mit etwas Verspätung fanden auch die beiden weiteren gemeldeten Teilnehmer ihren Weg in die Alte Reithalle. Nach einigen Schwierigkeiten bei der Orientierung waren schließlich alle drei Tänzer dort, wo sie sein sollten, und das Turnier konnte vollständig ausgetragen werden.
Bei dem kleinen Starterfeld fiel die Entscheidung entsprechend schnell. Nach einer gemeinsamen Runde standen die Platzierungen fest und eines war ohnehin sicher: Keiner der drei Teilnehmer würde die Fläche ohne Medaille verlassen.
Bronze ging an Margus Pauklin aus Estland. Chen-Jui Hung ertanzte sich den zweiten Platz und darf die Silbermedaille mit nach Chinese Taipei nehmen.
Als damit nur noch die Goldmedaille zu vergeben war, gab es am Flächenrand kein Halten mehr: Bogdan Reimer vom TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg ließ seiner Freude mit großen Sprüngen freien Lauf. Der deutsche Tänzer setzte sich an die Spitze des kleinen internationalen Feldes und sicherte sich den Turniersieg.
So fanden am Ende nicht nur alle drei Tänzer den Weg in die richtige Halle, sondern auch jeder von ihnen seinen Platz auf dem Treppchen. (KS)

1. Bogdan Reimer, TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg
2. Chen-Jui Hung, Chinese Taipei
3. Margus Pauklin, Estland

von Gaby Michel-Schuck Uhr

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