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Pfingsten im Zeichen des AGM

In Budapest fanden von Freitag bis Sonntag die jährlichen Mitgliederversammlungen der internationalen Spitzenorganisation unseres Sports statt – organisatorisch stark unterstützt durch den rumänischen (ja, richtig gelesen!) Tanzsportverband.

von Gaby Michel-Schuck

AGM-Deutsche Delegation grüßt aus Budapest Foto: TE

Präsidentin Heidi Estler, Vizepräsident Dr. Tim Rausche, Sportwart Michael Eichert und Schatzmeister Markus Sónyi sowie DTV-PD-Direktor Ralf Müller, Jens Grundei (WDSF Disciplinary Council) und Heinz Späker (WDSF Ehrenmitglied) vertraten Tanzsport Deutschland. Einige der Genannten waren ebenso in ihrer Eigenschaft als Kommissionsmitglieder vor Ort. (Auf dem Foto fehlt Dr. Tim Rausche)

WDSF Award für Michael Eichert

Das Sitzungswochenende begann am Freitagmittag nach einem kurzen Besuch des imposanten ungarischen Parlamentsgebäudes, eines der Wahrzeichen Budapests, mit dem AGM der Professional Division. Anträge lagen nicht vor. WDSF-PD-Direktorin Verena Sulek machte in ihrem Bericht deutlich, dass die Fokussierung der WDSF auf Breaking und die damit verbundenen olympischen Bemühungen zu einer Vernachlässigung der klassischen Tanzsportdisziplinen auch in der PD führten.

Es ging weiter mit der Mitgliederversammlung (Annual General Assembly) von Dancesport Europe (DSE).  Wie berichtet, hatte DTV-Präsidentin Heidi Estler vor Jahresfrist ihre Funktion als Vizepräsidentin niedergelegt, da gegen den amtierenden DSE-Präsidenten in Spanien verschiedene Strafgerichtsverfahren anhängig waren. Schon vor dem Meeting zeichnete sich ab, dass fast das vollständige Managing Board zu den anstehenden Wahlen nicht wieder kandidieren wird. Das Wahlergebnis lautet wie folgt:

WDSF Award für Heinz Späker

Präsident:               Robert Wota (Polen)
Vizepräsident:         Davide Cacciari (Italien)
Generalsekretär:     Cristian Parnescu (Rumänien)
Schatzmeister:        Sergey Belyaev (Finnland)
Ordentliche Mitg.:   Alberto Rodriguez (Portugal)
                               Guy Rosen (Luxemburg)
                               Frederique Mossa (Frankreich)

Erwähnenswert hierbei ist: Die einzige Frau in der Bewerberliste (die kroatische Generalsekretärin), die eine sehr gute Vorstellung abgab, verlor sehr deutlich gegen den rumänischen und nur mühsam englisch sprechenden Kandidaten Cristian Parnescu.

Mit der Vorstellung der olympischen Visionen der WDSF, die sich zukünftig nicht ausschließlich auf „Breaking“ beziehen sollen, wurde das traditionelle „Open Forum“ am Vorfeld des eigentlichen AGM eröffnet. Eine Videoproduktion, die die Vielzahl der verschiedenen Tanzsportarten von ihren derzeitigen Protagonisten zu ein und derselben Musik und Spitzenchoreografien präsentierte, beeindruckte das Auditorium zum Abschluss.

WDSF-Video Dance your life

v.li.n.re.: Michael Eichert, Heidi Estler AGM Budapest Foto: TE

Folgende Satzungsänderungen und Bestimmungen wurden verabschiedet:

  • Bei Junioren I- und Junioren II-Wettbewerben können ab 2020 optional drei respektive vier Tänze aus den je fünf Standard- und Lateintänzen durchgeführt werden. Die Art der Tänze muss beim Bewerbungsverfahren bekannt gegeben und im Turnierkalender veröffentlicht werden. Die Vorgabe von je fünf Tänzen Standard und Latein bleibt bestehen.
  • Die Meldefrist für Nominierungswettbewerbe wird auf 28 Tage vor Veranstaltungsbeginn festgelegt.
  • Veränderungen bzgl. der Durchführung von Finals im Revised Competition Format (Einzeltänze)
  • Chairpersons müssen einen ständigen Wohnsitz in dem Land haben, für das sie ihre Lizenz nutzen.
  • Regelungen für Aufwandsentschädigung und Reisekosten für Wertungsrichter und Chairpersons
  • Neue Vorgaben zum Schutz von Aktiven (Vorhaltungen von Sanitätspersonal, Begrenzung von Paarzahlen pro Tanz in Abhängigkeit von der Flächengröße)
  • Anpassung der „Dress Regulations“
  • Anpassung der „Showdance Rules“
AGM Plenum Foto: TE

Zunächst war vorgesehen, die Präambel der Satzung dahingehend zu verändern, dass künftig mehrere Organisationen eines Landes oder Kontinents als direkte Mitglieder der WDSF zugelassen werden sollten. Nicht zuletzt auf Intervention aus Deutschland wurde dieser Antrag zurückgezogen. In der Verbandsführung wurde die bisherige ehrenamtliche Position des Generalsekretärs gestrichen und dem hauptamtlichen Bereich zugeordnet.

Ursprünglich standen 2019 keine Wahlen auf der Agenda. Nachdem die Position des gewählten Generalsekretärs entfallen und die Position des Vizepräsidenten Sport seit einem Jahr unbesetzt war und weil der neue, nachgerückte Präsident eine Bestätigung durch das AGM wünschte, wurden „dringliche“ Anträge auf Wahlen bzw. Nachwahlen auf die Tagesordnung genommen. Was in Deutschland vereinsrechtlich nicht möglich gewesen wäre, ist nach „swiss law“ eine Option.

Ergänzend folgten die Wahlen zum „Disciplinary Council“, in welches als Vizepräsident erneut Jens Grundei aus Deutschland gewählt wurde. Ebenfalls gewählt wurden die Mitglieder des „Ethic Committee“. Neue Vorsitzende ist hier Sandra Mori aus Australien. Als einziger Kandidat für die Position des WDSF-Präsidenten erhielt Shawn Tay eine beeindruckende Mehrheit und amtiert somit bis 2021 mit Legitimation des AGM.

Für die Position des „Vice-President for Sports“ gab es nur den Kandidaten des Präsidiums Nenad Jeftic, der mit großer Mehrheit gewählt wurde. Eine gesellige Donauschifffahrt beendete das arbeitsreiche Pfingstwochenende.

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