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Chancengleichheit

Internationaler Weltfrauentag

am 08. März wird jährlich der internationale Weltfrauentag begangen und viele fragen sich „Warum?“

Die Wurzeln des Weltfrauentages liegen in der Arbeiterinnenbewegung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Eine genaue zeitliche und geographische Verortung lässt die Geschichtsschreibung nicht zu, doch ist bekannt, dass Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Frauen- und Arbeiterinnenbewegungen für die Einführung eines Tages plädierten, an dem sich Frauen für ihre Gleichberechtigung, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne, Wahlrecht und weniger Diskriminierung einsetzen.

 

von Cornelia Straub

1911 fand schließlich in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie den USA der 1. Internationale Frauentag statt. Hauptanliegen war die Forderung nach dem aktiven und passiven Wahlrecht. Waren es im ersten Jahr eine Million Teilnehmerinnen, wuchs die Größe und Reichweite des Internationalen Frauentages von Jahr zu Jahr. 1975 nahmen die Vereinten Nationen den bis dahin inoffiziellen Internationalen Weltfrauentag auf und erklärten ihn zum „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden". Heute stellt dieser Tag in 26 Ländern einen gesetzlichen Feiertag dar. In Deutschland ist dies seit 2019 im Bundesland Berlin der Fall.

Anders als zu Beginn des Internationalen Frauentags stellt, zumindest in Deutschland und einigen anderen Ländern der Welt, die Forderung nach aktivem und passivem Wahlrecht für Frauen keine Notwendigkeit mehr dar, doch sind die anderen Anliegen nach besseren Arbeitsbedingungen, höheren Löhnen, mehr Gleichberechtigung und weniger Diskriminierung nach wie vor aktuell. So beschreibt der Gender Pay Gap die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes (ohne Sonderzahlungen) der Frauen und Männer im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer und steht damit für mangelnde Gleichbehandlung. Aktuelle Zahlen können auf der Seite des Statistischen Bundesamtes eingesehen werde. Jede dritte Frau ist einmal in ihrem Leben Betroffene von (schwerer) körperlicher Gewalt. Aktuelle Studien zeigen, dass die Corona-Pandemie zu einer Retraditionalisierung der Geschlechterbilder führt: Frauen leisten bedingt durch die Pandemie 15 Stunden mehr Care-Arbeit als Männer. Durch die teilweise schwächere Position auf dem Arbeitsmarkt und der Anstellung in Sektoren, die von den Schutzmaßnahmen am meisten beeinflusst (worden) sind, sind Frauen von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie stärker betroffen. (Quelle: UN Women)

Auch im Sport ist noch lange keine Gleichstellung von Frauen erreicht. Lediglich 22 der 86 rückmeldenden DOSB-Mitgliedsorganisationen gaben in der Umfrage zum DOSB-Gleichstellungsbericht 2020 an, eine Geschlechterquote von 30 Prozent Frauen in ihren Präsidien bzw. Vorständen zu haben. Im Leistungssport sind nur 13 Prozent der Trainer*innen weiblich (Quelle: DOSB-LIMS-Statistik), Athletinnen werden nur sehr rudimentär und häufig sexualisiert in den Medien dargestellt. Eine Aufstellung aus dem Jahr 2016 zeigt die 25 am besten verdienenden Sportler*innen in Deutschland, unter denen sich nur eine Frau befindet. (Quelle: Sportfrauen)

All das bildet die Grundlage und auch die Berechtigung eines Internationalen Frauentages. Wie uns die Geschichte lehrt und beispielhaft aufzeigt, lohnt sich das sichtbare Eintreten für die Rechte von Frauen. Der Sport geht 2021 bereits mit guten Beispielen voran: Ende 2020 hat erstmals die Weltcup-Serie der Nordischen Kombination für Frauen begonnen, 2021 fanden erstmals WM-Bewerbe bei der Nordischen Ski-WM statt. Darüber hinaus wurde bei der Nordischen Ski-WM erstmals ein Einzelwettbewerb der Frauen auf der Großschanze ausgetragen.

Daran will der DOSB anknüpfen, um Frauen im Sport sichtbarer zu machen und um auf bestehende Ungleichheiten hinzuweisen. Dr. Petra Tzschoppe, DOSB-Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, geht mit gutem Beispiel voran und spricht gemeinsam mit Martina Voss-Tecklenburg (Bundestrainerin der deutschen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft), Christina Schwanitz (ehemalige Welt- und Europameisterin im Kugelstoßen) und Katja Meier (Gleichstellungsministerin Bundesland Sachsen) über die aktuelle Situation in weiblich-sportlich-gleichberechtigt, der Veranstaltung zum Weltfrauentag 2021 des Justizministeriums Sachsen. (08. März 2021, ab 16:30 Uhr, live: https://youtu.be/r8rSt9BSGCE)

Anlässlich des internationalen Weltfrauentages hat der DOSB nachfolgenden Film erstellt: https://youtu.be/FgJKSaV_YbA

Anlässlich des Internationalen Weltfrauentages bedankt sich der DOSB bei der DTV-Beauftragten für Chancengleichheit für ihr Engagement und ihre Arbeit und gratulieren Ihnen allen sehr herzlich zum Internationalen Weltfrauentag Im Namen der DOSB-Vizepräsidentin Dr. Petra Tzschoppe, der Gruppe der Sprecherinnen der Frauen-Vollversammlung und des Teams Frauen und Gleichstellung des DOSB.

 

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