Der Deutsche Tanzsport verabschiedet sich von Wolfgang Opitz
21.02.1937 - 25.02.2026
Schon 1957 begann er als Mitarbeiter in der renommiertesten Tanzschule der Nachkriegszeit, der Tanzschule Hädrich in Hamburg. Er war seitdem ganz nah dran und drin in der Wiege des internationalen Tanzsports und des Deutschen Tanzsportverbands und damit eine der prägendsten Trainerpersönlichkeiten.
Neben seinen eigenen Erfolgen, die ihn bis zum Weltmeistertitel mit seiner damaligen Frau und Partnerin Evelyn Hädrich brachten, war er über Jahrzehnte im Amateur- und Profigeschäft einer der meistgebuchten und erfolgreichsten Trainer außerhalb Englands. In der »Goldenen Ära« der tanzsportlichen Entwicklung der Verbände ADTV, DTV, DPV und IDSF war er Teil der Gruppe um diejenigen norddeutschen Spitzenfunktionäre, welche den weltweiten Tanzsport prägen und über Jahrzehnte beeinflussen sollte.
1972 wurde er zum ersten Bundestrainer des DTV in beiden Sektionen ernannt und feierte auch als Formationstrainer den ersten offiziellen Weltmeistertitel in dieser Sportart. Mitte der 1980er Jahre wurden unter seiner Verantwortung gar alle Weltmeistertitel einer Saison von deutschen Athletinnen und Athleten ertanzt. Auch die Schweiz berief ihn zum Nationaltrainer. Zu seinen Schülerinnen und Schülern gehörten absolute Spitzenpaare und Formationen wie das Ehepaar Beer, Oliver und Martina Wessel-Therhorn, Sascha und Natascha Karabey und fast alle Meister der Jahrzehnte bis in die 2000er Jahre hinein.
Auch sein Beitrag zur Entwicklung des Lizenzwesens sowie der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Trainern und Wertungsrichtern ist bis heute Ursprung und Basis für den Verband. Das Trainerseminar in Bad Harzburg gehört zu seinem bleibenden Vermächtnis und war jahrzehntelang immer kurz vor Weihnachten der Treffpunkt der internationalen Spitzenszene.
Seine herausragende Fähigkeit war sicherlich neben seiner politischen Vernetzung, dass er komplizierte Sachverhalte und Dinge fokussiert und verständlich wie kein Zweiter an seine zahlreichen Schülerinnen und Schüler weitergeben konnte.
Fast all diejenigen, die bis zum heutigen Tag als Trainerin und Trainer, als Funktionäre oder Aktive Verantwortung in den Tanzsportverbänden Deutschlands tragen, haben eigene Erinnerungen an ihn oder sind von ihm ausgebildet worden.
Wenige Persönlichkeiten haben ein solches eindrucksvolles Erbe hinterlassen.
Unterstützt von seiner liebenden Ehefrau Hanne hat er bis vor wenigen Jahren immer noch aktiv an den Trainerseminaren und der Entwicklung des deutschen Tanzsports teilgehabt und sich durchaus auch kritisch zu der ein oder anderen Veränderung geäußert, derer es nicht unbedingt bedurft hätte.
Im Namen des Präsidiums von Tanzsport Deutschland gilt unser Mitgefühl Hanne und seiner Familie.
Der Deutsche Tanzsportverband und Wolfgang Opitz wären ohneeinander nicht denkbar.
Dr. T. Rausche
von Tim Rausche Uhr