Blackpool - Das war's

Standard und Latein

Blackpool - Das war's

Blackpool - auch am letzten Tag noch tolle Erfolge

Vier Tage Blackpool pur - viele Erinnerungen für diejenigen, die bereits vor Jahrzehnten schon einmal in den Heiligen Hallen des Winter Gardens tanzen durften. Doch nicht alles ist Geschichte - seit 2025 bevölkern WDSF-Paare wieder Embress Hall, Spanish Hall und Co., werden neue Turnierformate angeboten, gibt es am Abend Livemusik (zuweilen etwas zu bläserlastig) und sorgt eine Menge Technik für mediale Aufmerksamtkeit. Manchmal kann man Geschichte allerdings nur in seinem Herzen bewahren und

Ein paar Zahlen

Beim zweiten Start des WDSF-Blackpoolevents waren 119 Solistinnen und 616 Paare am Start. In Gänze verzeichneten die Organisatoren damit 1.351 Ahtletinnen und Athleten aus 51 Nationen. Aus Deutschland waren über die vier Tage 99 Paare am Start, was dem DTV den zweiten Platz im Nationenranking bescherte. Hinter Deutschland lag Frankreich und davor Italien. Ein Zertifkat, am Samstagabend überreicht von WDSF-Präsident Shawn Tay, zollte dieser hohen Beteiligung und Unterstützung aus Deutschland entsprechenden Respekt.

Alles in allem präsentierten sich die deutschen Paare über alle Tage mit hervorragenden Leistungen, was der Medaillenspiegel bestätigt: In Blackpool wurden von allen teilnehmenden Altersgruppen sechs Goldmedaillen und je zwei Silber- und Bronzemedaillen ertanzt.

Zwei deutsche Paare im Semifinale

Die beiden letzten Runden des Grand Slam Lateinturniers schafften es tatsächlich, die Stimmung am letzten Veranstaltungstag noch einmal so ordentlich anzuheizen. Dabei avancierten die viertplatzierten Dänen Malthe Brinch Rohde/Sandra Sorensen zu absoluten Publikumslieblingen. Kein Tanz verging, ohne standing ovations für dieses außergewöhnlich musikalische Paar, dessen tänzerische Qualität an diesem Abend unberücksichtigt blieb. Die Medaillenränge machten die WM-Zweiten, -Dritten und -Vierten unter sich aus, wobei sich Ionut Alexandru Miculescu/Andra Pacurar nach dem Wechsel der Weltmeister Charles-Guillem Schmitt/Elena Salikhova ins Profilager in Blackpool einen Medaillenrang ergatterten.

Die Deutschen Meister, Artur Balandin/Anna Salita, und die deutschen Vizemeister Daniel Dingis/Alessia-Allegra Gigli tanzten beide im Semifinale und wiederholten vom Ergebnis her ihre WM-Erfolge aus Brno vom Oktober des Vorjahres. Vladyslav Tskhykanovskyi/Veronika Tskhikanovska tanzten sich bis in Viertelfinale vor und beendeten Blackpool auf Rang 23.

WDSF Grand Slam Latein (130)
1. Guillem Pascual/Diandra-Aniela Illes, Spanien
2. Yan Bangbang/Du Yujun, China
3. Ionut Alexandru Miculescu / Andra Pacurar, Rumänien
4. Malthe Brinch Rohde/Sandra Sorensen, Dänemark
5. Konstantin Gorodilov/Polina Figurenko, Estland
6. Jakub Lipowski/Tereza Kucerova, Tschechien
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9. Artur Balandin/Anna Salita, T.T.C. T.T.C. Rot-Weiß-Silber Bochum  
10. Daniel Dingis/Alessia-Allegra Gigli, Grün-Gold-Club Bremen
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23. Vladyslav Tskhykanovskyi/Veronika Tskhikanovska, Schwarz-Weiß-Club Pforzheim

Einer kam durch

Das Feld der Lateinjugend präsentierte 54 Paare aus 18 Nationen. Drei Nationen stellten dabei die meisten Paare: Rumänien und Italien übernahmen mit jeweils sieben Paaren den Löwenanteil, Deutschland war mit fünf Paaren in diesem Turnier vertreten. Zu diesen drei Nationen gesellten sich Dänemark und China in der Schlussrunde dazu.

Tizio Tiago Domingues da Silva/Isabell Zagorje zogen mit einer tollen Leistung in die letzte Turnierrunde ein, die sie mit Platz sechs beendeten. Die Medaillenränge wurden an den WM-Fünften Maddox Loevenhardt/Sara Coman (Gold) sowie an Patrick Berbece/Andreea Sturzinschi (Silber) und Artem Crivenco/Alexandrina Martinova (Bronze) vergeben. Beide Paare hatten am Vortag beim Standardturnier dieses Formats Gold und Silber geholt.

WDSF DanceSport Festival Championship Jugend Latein (54)
1. Maddox Loevenhardt/Sara Coman, Dänemark
2. Patrick Berbece/Andreea Sturzinschi, Rumänien
3. Artem Crivenco/Alexandrina Martinova, Moldawien
4. Liu Xuan/Gao Leqi, China
5. Giosue' Micalizzi/Denise Gagliano, Italien
6. Tizio Tiago Domingues da Silva/Isabell Zagorje, Grün-Gold-Club Bremen

Finalplatz für Ehepaar Weibert

Einige der Senioren-II-Standardfinalisten hatten bereits im Vorjahr Blackpoollluft geschnuppert und waren dort im Feld der Weltmeisterschaft zu finden. So auch Jürgen und Olga Weibert, die an diesem letzten Tag bereits ihr zweites Turnier im Rahmen des WDSF-Events Blackpool 2026 tanzten. Am Sonntag schafften sie den Finaleinzug und schlossen das Turnier mit dem siebten Platz ab. Die Medaillenränge wurden nach Italien und Tschechien vergeben.

WDSF Open Senioren II Standard (22)
1. Valerio Bilancioni/Silvia Badiali, Italien
2. Francesco Argenziano/Giovanna Auletta, Italien
3. Petr Kiesel/Alice Pokorna, Tschechien
4. Pavol Zalom/Blazena Zalomova, Slowakei
5. Fabio Sartore/Roxana Monica Cristea, Italien
6. Thomas Brink/Helle Marcussen, Dänemark
7. Jürgen und Olga Weibert, Schwarz-Rot-Club Wetzlar

Den Europameistern auf den Fersen

Neun deutsche Paare hatten sich für das Lateinturnier der Senioren I gemeldet. Fünf tanzten im Semifinale, wovon vier in die Schlussrunde einzogen. Georg Rauchhaus/Sonja Stegemann gingen auf Angriff und konnten den amtierenden Europameistern aus Ungarn, Mate Kovacs/Andrea Zsila, die am Ende gewannen, die Samba abnehmen. Zweite Plätze auf den folgenden vier Tänzen brachte auch im Gesamtergebnis den zweiten Platz. Mit diesem Ergebnis platzierten sich die Dortmunder vor die spanische Konkurrenz.

Die Plätze vier bis sechs belegten die deutschen Paare Alexander Schneider/Swetlana Melnichuk, Carlos Didier Ortiz Garcia/Christina Ortiz Garcia und Dominik Haering/Isabella Roegner. Alle Paare hatten sich zuvor beim Berlin Dance Festival warm getanzt.

WDSF Open Senioren I Latein (27)
1. Mate Kovacs/Andrea Zsila, Ungarn
2. Georg Rauchhaus/Sonja Stegemann, TSC Aurora Dortmund
3. Ismael Pardo Lorenzo/Lucia Fernandez Blanco, Spanien
4. Alexander Schneider/Swetlana Melnichuk, TTC München
5. Carlos Didier Ortiz Garcia/Christina Ortiz Garcia, TTC Rot-Gold Köln
6. Dominik Haering/Isabella Roegner, Gelb-Schwarz-Casino München
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8. Christian und Anja Platz, TSC Nordlicht Rostock

Zweites Finale für Gordon/Huber

Tim Gordon/Luisa Huber tanzten am Sonntag ihr zweites Turnier, in dem sie auch ihre Standardqualitäten unter Beweis stellten. Einen Tag zuvor hatten sie bei den DanceSport Festival Championship Latein in ihrer Altersgruppe bereits das Finale erreicht und den sechsten Platz belegt. In der Kombination gelang ihnen ein Sprung nach vorne, so dass am Ende für die Pforzheimer der fünfte Platz heraussprang. Die Goldmedaille ging erneut nach Bulgarien. Silber und Bronze reisen nach Rumänien und Estland.

WDSF Open Junioren II Zehn-Tänze (13)
1. Kristiyan Donchev/Martina Kondaklieva, Bulgarien
2. Darius Gabriel Danciu/Alessandra Maria Dediu, Rumänien
3. Johann Marten Rahula/Victoria Makarov, Estland
4. Daniel Martinius/Rima Psederschi, Moldawien
5. Tim Gordon/Luisa Huber, Schwarz-Weiß-Club Pforzheim
6. Kajus Kausas/Aukse Stuopelyte, Litauen

Es wäre möglich gewesen

Wie spannend so ein Wettkampf sein kann, zeigt sich letztlich erst im Nachgang bei Betrachtung der Einzelwertungen. Trotz klaren dritten Plätzen im Tango, Slowfox und Quickstep reichte die tolle Leistung von Dmytrii Forostianov/Helene Novalee Tilgert am Ende nur für den vierten Platz. Grund: Die Portugiesen wurden von den Damen und Herren des Wertungsgerichts beim Quickstep auf dem ersten Platz gesehen. Damit lag das bessere Platzverhältnis bei Joao Relha/Nadia Dominika Kastrau, die sich damit die Bronzemedaille ertanzten. Gold ging an die Türkei und Silber blieb staatenlos.

WDSF World Challenge Cup Rising Stars Standard (56)
1. Batu Sandiraz/Emilija Ulcinaite, Türkei
2. Ivan Vinogradov/Olga Khrebtova, AIN
3. Joao Relha/Nadia Dominika Kastrau, Portugal
4. Dmytrii Forotstianov/Helene Novalee Tilgert, Grün-Gold-Club Bremen
5. Daniel Ficola/Tatiana Gonzalez Contreras, Spanien
6. Kajetan Tygielski/Nicole Menser, Polen

Zweites Gold für Lohauß/Braunschweig

Bereits am Samstag tanzten die Paare der Senioren III Standard ihr zweites Open Standardturnier. Zum zweiten Mal standen Fabian Lohauß/Simone Braunschweig ganz oben auf dem Siegertreppchen und griffen nach der zweiten Blackpoolgoldmedaille. Ein toller Erfolg für die Berliner, die direkt von der Bundeshauptstadt (und dem BDF) nach Blackpool durchreisten. Während Silber und Bronze die Heimreise nach Italien und Großbritannien antreten, vertraten zwei weitere Paar die Farben Schwarz-Rot-Gold in dieser Schlussrunde: Rainer und Sabine Nolte wiederholten ihren Erfolg vom ersten Tag und belegten erneut den fünften Platz. Thomas Langkavel/Sabine Haas tanzten mit vier Turnierteilnahmen einen wahren Blackpoolmarathon und standen in ihrer Altersgruppe zum zweiten Mal im Finale, in dem sie den siebten Platz belegten.

WDSF Open Senioren III Standard (38)
1. Fabian Lohauß/Simone Braunschweig, Aksania – TSC Berlin  
2. Vittorio Bramati/Silvia Martorelli, Italien  
3. Phil Holding/Melina Harrison, Großbritannien
4. Stefano Maraboli/Laura Donati, Italien  
5. Rainer und Sabine Nolte, Grün-Gold TTC Herford
6. Antimo Perretta/Teresa Lanna, Italien
7. Thomas Langkavel/Sabine Haas, TC Der Frankfurter Kreis

von Gaby Michel-Schuck Uhr

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