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Jazz- und Modern Dance

Alle Einsen für "autres choses"

Deutsche Meisterschaft JMD Formationen Hauptgruppe

autres choses (Foto: Thomas Schittenhelm)

In der Ludwigsburger Rundsporthalle trafen sich die 14 besten JMD-Formationen Deutschlands zum wohl wichtigsten Turnier des Jahres. "autres choses" wurde klar Deutscher Meister. Dem Team vom TSC Blau-Gold Saarlouis gelang dabei das Kunststück, im dritten Jahr in Folge alle Bestnoten zu erhalten.

von Thorsten Süfke

Foto: Thomas Schittenhelm
Arabesque (Foto: T. Estler)

Kurz nach 18 Uhr wurden die diesjährigen Deutschen Formationsmeisterschaften Jazz- und Modern Dance der Hauptgruppe mit einer großen Show aus Gesang und Tanz eröffnet; über vier Stunden später waren alle Entscheidungen gefallen: In einem spannenden Meisterschaftsturnier mit herausragenden Choreographien hatte sich erneut "autres choses" durchgesetzt. Die Saarländer hatten mit ihrer ausdrucksstarken Umsetzung der Textperformance "I hate dancing" von Stephen Fry bereits die Bundesligasaison 2017 für sich entschieden und standen nun auch bei der Deutschen Meisterschaft unangefochten auf dem Siegerpodest. Die Formation steigerte sich von Runde zu Runde und sah schließlich - wie schon in den beiden zurückliegenden Jahren - von allen sieben Wertungsrichterinnen die Eins.

Knapper fiel die Entscheidung um die Silbermedaillen aus: "Arabesque" vom ASV Wuppertal hatte in der zurückliegenden Saison gegenüber ihren Konkurrenten aus Hamburg mehrmals das Nachsehen. In Ludwigsburg zeigten die TNWler ihre Darbietung zu Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 in A-Dur jedoch hochpräzise und brachten eine konstante und punktgenaue Leistung auf die Tanzfläche: Mit vier Zweien setzten sie sich zehn Tänzerinnen und zwei Tänzer vor "La Nouvelle Experience" vom SV Eidelstedt. Diese nahmen mit ihrer Choreographie zu den Themen Macht, Unterdrückung und Widerstand den Bronzepokal entgegen. Komplettiert wurde das Finale durch zwei Teams aus Niedersachsen: "J.E.T." vom MTV Goslar schaffte mit dem vierten Rang ebenso wie die Formationen auf dem Treppchen die WM-Qualifikation; der Direktaufsteiger aus der 2. Bundesliga Nord "Fearless" (VfL  Wolfsburg) freute sich über Platz fünf.

Integriert in die Deutsche Meisterschaft ist zugleich die Relegation zwischen den Bundesligen: Sechs Teams tanzten um drei Startplätze für die 1. Bundesliga 2018. Als Turnierleiter Jörg Weindl das Ergebnis der Vorrunde bekanntgab, brach bei zwei Formationen bereits riesiger Jubel aus: Der Einzug in die Zwischenrunde bedeutete für "New Dance Company" vom TV Großostheim den sicheren Klassenerhalt und für die "Kopirait Dance Company" (TS Lepehne-Herbst, Bonn) den Aufstieg in die höchste JMD-Liga Deutschlands. Der dritte Startplatz im JMD-Oberhaus musste durch eine Stichrunde der verbleibenden vier Bewerber vergeben werden: "Madley" (TSV Kastell Dinslaken) überzeugte das Wertungsgericht und freute sich unbändig, für ihre Darbietung vier Einsen erhalten und somit ebenfalls den Aufstieg geschafft zu haben. "Dejavu" (TSC Dance Gallery Königsbrunn) konnte hingegen den siebten Platz der Ligasaison nicht in eine die Klasse sicherende Relegationsleistung ummünzen und musste die Nachricht des Abstiegs in die 2. Bundesliga Süd verkraften. Auch für "Piccola" (TG Bobstadt) und "movingART" (SG Sossenheim) reichte es somit nicht zum Aufstieg.

Bei der Siegerehrung galt es schließlich nicht nur, die besten Formationen 2017 zu ehren, sondern auch von einer Formation Abschied zu nehmen, die aus dem JMD-Geschehen eigentlich kaum wegzudenken ist: "J.E.T." (MTV Goslar) hatte vor dem Turnier bereits angekündigt, in der Saison 2018 nicht wieder in der Bundesliga antreten und auf den Startplatz verzichten zu wollen. Der DTV-Bundesbeauftragte für JMD, Thorsten Süfke, fand bewegende Abschiedsworte und würdigte die Leistung des viermaligen Deutschen Meisters als einer Formation, die sichtbare Spuren in der JMD-Landschaft hinterlassen habe. Auch Anne Beese werde ihre Trainertätigkeit mit diesem Turnier beenden. Als das "Herz des MTV Goslar" sei sie entscheidend für die sportlichen Erfolge der niedersächsischen Formation verantwortlich gewesen; wie nur wenige andere habe sie den Tanzsport in Deutschland geprägt. Formationen wie Zuschauer ehrten die Goslarerinnen mit stehenden Ovationen. 

Text: Alexander Dölecke, Foto: Thomas Schittenhelm (autres choses), Thomas Estler (Arabesque)

Gesamtergebnis der Deutschen Meisterschaft Formationen Jazz- und Modern Dance 2017:

1. autres choses (TSC Blau-Gold Saarlouis, SLT)   1 1 1 1 1 1 1
2. Arabesque (ASV Wuppertal, TNW)   2 3 3 2 2 3 2
3. La Nouvelle Experience (SV Eidelstedt Hamburg, HATV)   4 2 2 4 3 2 3
4. J.E.T. (MTV Goslar, NTV)   5 4 4 3 5 4 5
5. Fearless (VfL Wolfsburg, NTV)   3 5 5 5 4 5 4
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6./7. Kopirait Dance Company (TS Lepehne-Herbst, Bonn, TNW)
6./7. Dance Works (1. TC Ludwigsburg, TBW)
8. New Dance Company (TV Großostheim, HTV)
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9.-11. The Dancing Rebels (TC Grün-Weiß Schermbeck, TNW)
9.-11. Dejavu (TSC Dance Gallery Königsbrunn, LTVB)
9.-11. Madley (TSV Kastell Dinslaken, TNW)
12. Piccola (TG Bobstadt, HTV)
13. movingART (SG Sossenheim, HTV)
14. perfomance (TSC Blau-Gold Saarlouis, SLT)

 

Ergebnis der Stichrunde zur Relegation:
1. Madley (TSV Kastell Dinslaken, TNW)   1 2 2 1 1 3 1
2. Dejavu (TSC Dance Gallery Königsbrunn, LTVB)   3 1 1 4 4 1 2
3. Piccola (TG Bobstadt, HTV)   2 3 3 2 3 2 3
4. movingART (SG Sossenheim, HTV)   4 4 4 3 2 4

 

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